über mich

Vier Hauptthemen stehen im Fokus meines Interesses. Biologie mit dem Schwerpunkt Meeresbiologie, Fotografie/Video, Geschichte und Archivierung. Klingt auf den ersten Blick sehr unterschiedlich, lässt sich aber gut verbinden.

Biologie/Meeresbiologie

Schon als Kind und Jugendlicher war meine Begeisterung für Tiere nicht zu übersehen. Zum Leidwesen meiner Eltern verwandelte ich mein Zimmer und große Teile des Kellers in einen Zoo voller Fische und Reptilien. Fuhren wir in den Ferien ans Meer, verbrachte ich die meiste Zeit schnorchelnd im Wasser. 1982 begegnete ich im damals touristenfreien Sinai meinem ersten Korallenriff. Der Anfang einer langen noch heute andauernden Beziehung zwischen mir und diesem Ökosystem. Ich hatte das Privileg hunderte von ihnen besuchen zu können. Die weit entfernten rauen Riffe des Ostpazifik vor der Küste Mittelamerikas ebenso wie die farbenfrohen im Korallendreieck. Das Rote Meer kenne ich wie meine Westentasche. Manchmal reiste ich auf eigene Faust, manchmal begleitete ich Biologen bei ihrer Arbeit. Das erlebte meiner tausenden von Schnorchel- und Tauchgängen dokumentierte ich mit der Kamera und seit ca. zehn Jahren auch auf Film. „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.“ Aber nicht immer und deshalb blieb ich auch dem gesprochenen Wort und dem Schreiben treu. Ich interviewte Fischer, Umweltschützer, Meeresbiologen oder andere Taucher und hielt diese Informationen in meinen Notizbüchern fest.

Die letzten 30 Jahre waren auch die Zeit, in der ca. 30% der weltweiten Korallenriffe unserer Ausbeutung der Natur zum Opfer fielen. Diese Zerstörung mit zu erleben, wurde zum frustrierenden und schmerzhaften Teil meiner Recherchen.

 

Fotografie & Film

Lange bedauerte ich, dass ich nicht zeichnen konnte. Möchte man Tierarten so darstellen, dass ihre Erkennungsmerkmale deutlich zum Vorschein kommen, ist der Zeichenstift oft die bessere Wahl. Befreit von ablenkenden Hintergründen zeichnet man z.B. einen Fisch von der Seite mit optimalen Flossenstellungen. Kleine aber wichtige Erkennungsmerkmale wie z.B. ein Stachel an den Kiemen kann man deutlich herausarbeiten. Der deutsche Biologe Ernst Haeckel war ein Meister dieses Faches.

Einen Fisch mit optimaler Flossenstellung und am Besten von der Seite zu fotografieren gelingt dagegen fast nie. Sie bewegen sich ständig und schnell. Die störenden Hintergründe lenken ebenfalls vom Wesentlichen ab. Mit Hilfe der Digitalisierung und Bildverarbeitungsprogrammen fand ich schliesslich eine Lösung. Zunächst wähle ich ein Hauptbild des Tieres aus und entferne die Hintergründe. Flossenstellungen, die nicht optimal sind entnehme ich aus anderen Bildern des gleichen Tieres. So entsteht aus mehreren Bildern mit Hilfe der Montage ein perfektes Bestimmungsbild der jeweiligen Art.

In meiner Laufbahn als Fotograf habe ich in allen „Disziplinen“ gearbeitet. Weder die klassischer Presse-, Stock-, Reportagefotografie, noch Werbeproduktionen sind mir fremd. Von allen Disziplinen ist das Fotografieren von Tieren die Schwerste. Sie bleiben weder an der gewünschten Stelle, bewegen sich schnell und wenn man großes Pech hat tauchen sie erst gar nicht auf. Wenn das ganze dann noch unter Wasser stattfindet…

Zum Video kam ich, weil Fotografie nur einen Teilaspekt eines Tieres darstellen kann: Sein äußeres Erscheinungsbild. Zur Darstellung seines Wesens gehört jedoch auch seine Art sich zu bewegen, als auch sein Verhalten. Das kann man nur filmisch erfassen.

 

Archivierung

All diese Unmengen an Bildern, Videos und Texten müssen archiviert werden. Nichts ist schlimmer für einen Fotografen als die Erinnerung an eine gutes Bild, dass man nicht mehr findet. Dafür braucht man ein gute Struktur und ein gutes Konzept. Diese bestanden vor der Digitalisierung aus Dia- oder Negativnummern, ausreichend Schränken, Karteikarten und Selbstdisziplin. Nach der Digitalisierung wurde alles anders. Jetzt spielten Datenbanken, Beschriftungssoftware und Festplatten die Hauptrolle. Die Fotografen meiner Generation mussten ihre Archivierung zweimal neu konzipieren. Einmal analog und später digital. Ganz zu schweigen von dem Chaos in der Übergangszeit. Dazu kam die Entwertung des analogen Archivs. Welcher Scann kann heute noch mit der Qualität einer Digitalkamera oder besser „fotografierenden Computers“ mithalten? Das einzige was uns geblieben ist, ist die Selbstdisziplin. Diese braucht man auch im digitalen Zeitalter.

Als Fotograf und Miteigentümer einer Bildagentur verbrachte ich ein paar Jahre meines Lebens damit Datenbanken und Software zu konzipieren, die die analoge mit der digitalen Welt verband. Es folgten mit der Zeit auch reine digitale Lösungen, die vor allem Webanwendungen sind. Datenbanken und Software, die ich konzipiert habe sind heute noch zahlreich bei Behörden, Privatfirmen und Bildagenturen im Einsatz. Eine dieser Multimediadatenbanken für das Internet setze ich auch für meine Datenbank der Meere ein.

 

Geschichte

In Fotoarchiven lagert unsere Vergangenheit und mein Berufsleben hat mich in viele Archive geführt, in denen ich viele Geschichten fand. Man blickt in eine faszinierende Welt. Die Menschen, die Landschaften, die Städte, die Pflanzen und die Tiere – alle existieren nur noch in Form chemischer Prozesse, die sie einmal auf Fotopapier oder Negative gezaubert haben. Ein Blick zurück, ein Kulturgut, dass unbedingt bewahrt werden muss.

Ein Archiv baue ich gerade selbst auf. Ich sammle seit Jahrzehnten historische Bilder zu den Ozeanen. Sie liegen weltweit zerstreut meistens unbeachtet in irgendwelchen Schränken.

Das zeitgeschichtlich bedeutendste Archiv fanden mein Kollege Ernst Volland und ich 1991 in Moskau. Die bewegenden und einzigartigen Fotografien von Jewgeni Chaldej. Jeder auch im Westen kannte seine Bilder. Die Hissung der sowjetischen Fahne auf dem Reichstag, die zur Bildikone über den Sieg über den Faschismus wurde. Die Bilder vom Potsdamer Abkommen und den Nürnberger Prozessen um nur einige zu nennen. Für Deutschlands Geschichte ist er der bedeutendste Kriegsfotograf des Zweiten Weltkrieges. Doch bis dahin kannte man weder in noch sein gesamtes Werk. Zusammen mit ihm werteten wir sechs Jahre bis zu seinem Tod 1997 sein Archiv aus. Fanden neue, unbekannte und bedeutende Bilder. Brachten die Fotos und die Bildinformationen zusammen und veröffentlichten mehrere Bücher. Seitdem sind seine Fotos auch mit seinem Namen wieder verbunden. 2008 konnten wir diese Arbeit in der Ausstellung „Der bedeutende Augenblick: Jewgeni Chaldej – Eine Retrospektive“ einem breiten Publikum vorstellen. Unterstützt wurde das Projekt von der Kulturstiftung des Bundes.

2013 erstellte ich im Auftrag der Axel Springer SE einen kurzen Film über den ersten Weltkrieg, der ausschliesslich aus Animationen historischer Bilder bestand. Das Ergebnis dieses interessanten Projektes kann auf meinem Youtube Kanal angesehen werden.

 

Der Lauf des Lebens…

Ausbildung

Gymnasium/Abitur
Zivildienst
Studium an der FU-Berlin: Journalismus, Geschichte und Germanistik
Advanced open water diver

Beruflicher Werdegang

Seit 1984 bis heute arbeite ich als freier Journalist
1985 Mitarbeiter des Kunstamtes Schöneberg, Berlin. Hier konnte ich an der ersten Ausstellung von Robert Capa in Deutschland mitarbeiten
1986 Zusammen mit Ernst Volland Gründung der Fotoagentur Voller Ernst
1991 Gründung der Firma Diasystems GmbH; Konzeption digitaler Archivlösungen
1991 – 1997 Zusammen mit Ernst Volland Aufarbeitung des bedeutenden Archives von Jewgeni Chaldej
1998 begann ich mit der Aufarbeitung meiner seit 1982 entstandenen Recherchen über die Ozeane
1999 startete die Sammlung über historischen Meeresbilder
Seit 2000 widmete ich mich vorrangig mit meinen fotografischen, filmischen und journalistischen Arbeiten den Ozeanen
Seit 2010 Dozent an der Hochschule Hannover: Fakultät III – Medien
Seit 2012 Referent bei der Junioruniversität des Berliner Zoos