Aliens der Ozeane

Seit Oktober 2019 ist mein neues Buch über die „Aliens der Ozeane“ im Handel. Natürlich geht es nicht um Aliens, sondern Tintenfische. Falls sie doch ein paar Gene aus dem All in sich tragen, dann haben wir sie vermutlich auch (mehr dazu natürlich in meinem Buch). 

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Franckh Kosmos Verlag; Auflage: 1 (15. Oktober 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3440166643
ISBN-13: 978-3440166642
Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 2,3 x 26 cm
Preis: 25,00 Euro

Tintenfische gehören auf jeden Fall zu den abgefahrensten, bizarrsten und seltsamsten Tieren, die mir jemals untergekommen sind. Das gilt für meine vielen Tauchgänge ebenso, wie für die wissenschaftlichen Forschungsarbeiten, die ich alle gelesen habe und deren neuesten Stand ich in meinem Buch zusammengefasst habe. Fasziniert hat mich auch ihre Intelligenz in Verbindung mit ihrem kurzen Leben. Bis auf wenige Ausnahmen werden sie nur etwa ein Jahr alt. Was für eine Verschwendung und so völlig anders als bei den intelligenten Wirbeltieren. Auch sonst ist alles etwas schräg. Die Kleinsten unter ihnen sind die Tödlichsten. Kannibalismus ist weit verbreitet und bei einigen Arten wird der Sexpartner zum Snack danach. Und das ist nur ein Beispiel aus ihrem bizarren Sexleben. Ganz zu schweigen von ihrer seltsamen Anatomie, die Ursache eines der größten Auseinandersetzungen in der Geschichte der Biologie wurde. 

Und in der Tiefsee leben natürlich ganz besondere Gestalten, auch wenn die Arten im Dunkeln nicht zu den hellsten gehören. Die intelligentesten sind nach allem was wir wissen die Oktopoden im Flachwasserbereich. Und die können wir ja ab und zu unter Wasser genießen. Und denkt mal daran, wenn ihr wieder einmal ein paar Tintenfischärmchen beim Italiener auf dem Teller liegen habt. Tintenfische waren die ersten intelligenten Lebewesen auf der Erde. Lange, lange bevor es uns gab. Und noch was: Ihr Gehirn ist nicht nur in ihrem Kopf, sondern auch in ihren Armen. Ich wünsche euch trotzdem guten Appetit.

Wir werden uns sowieso daran gewöhnen müssen in Zukunft mehr Tintenfische als Fische zu essen. Während letztere immer weniger werden, nehmen die Populationen der Tintenfische zu. Sie gehören zu den Gewinnern des Klimawandels. Ganz besonders die Kalmare breiten sich immer mehr aus.

Aber was mich ganz besonders freut: Ich habe weltweit die besten Fotos, soweit möglich und bezahlbar zusammengesucht, so dass dieses Buch auch zu einem optischen Genuss geworden ist. Ich danke dem Kosmos-Verlag, dass er dafür einen Etat zur Verfügung gestellt hat und Heiko Fischer, meinem Partner beim Kosmos Verlag, für seinen Einsatz für dieses Buch. Und natürlich allen Fotografen, Fotografinnen und Institutionen, die mir Bildmaterial zur Verfügung gestellt haben.

Ich hoffe ich konnte Euch für die Acht- und Zehnarmer begeistern.

Netzwerk Korallenriff

Im Juni 2017 erschien mein Sachbuch mit dem Titel „Netzwerk Korallenriff“ im Kosmos Verlag, Stuttgart

„Netzwerk-Korallenriff“ ist mehr als eine umfassende Bestandsaufnahme unseres aktuellen Wissens über Korallen und die von ihnen geschaffene Ökosysteme. Wir gehen auch auf eine spannende Reise. Wir besuchen die kalten Pole ebenso wie die farbenprächtigen Riffe in den Tropen. Hier stoßen wir auf das evolutionäre Zentrum unseres Planeten: das Korallendreieck. Es ist mit großem Abstand die artenreichste Region der Ozeane, kongenial ergänzt durch die hohe Biodiversität der tropischen Regenwälder an Land. Wir klettern auf hohe Berge und tauchen in die geheimnisvolle Tiefsee. Überall finden wir atemberaubend schöne Korallenriffe oder gigantische fossile Spuren ihres Wirkens aus der Vergangenheit. Die aus Kalk geschaffenen Bauwerke der Korallen übertreffen an Masse, Größe, Höhe und Stabilität alles, was jemals von einem Lebewesen – uns eingeschlossen – erschaffen wurde. Korallen bauen traumhafte Inseln und Atolle und schützen unsere Küsten. Sie veränderten die Geologie unserer Erde. In den fossilen Riffen lagern kostbares Öl und Gas. Eine erstaunliche Leistung für Tiere, die nicht einmal ein Gehirn besitzt.

Nur ein Ausflug in das Innere der Korallen kann uns helfen, dieses Geheimnis zu verstehen. Wir lernen ihre Biologie und ihre vielen mikroskopisch kleinen Helfer kennen. Zu ihnen gehören nicht nur einzelligen Algen, die sie wie Gärtner pflegen und hegen und die sie mit Energie versorgen. Auch Bakterien und Viren gehören zum Team Koralle. Und wenn wir in ihr Allerinnerstes, das Erbgut in den Zellen, vorgedrungen sind, werden wir überrascht sein. Viele Gene haben sie mit uns gemeinsam. Wir hatten vor 630 Millionen Jahren plus X einen gemeinsamen Vorfahren.

Doch Korallen alleine können keine Riff erschaffen, nicht einmal Milliarden von ihnen wären dazu in der Lage dazu. Wer mit offenen Augen bei Tag oder Nacht im Riff taucht, kann es jeden Moment beobachten. Fische und Seeigel befreien Korallen von konkurrierenden Algen. Haie sorgen für gesunde und ausgeglichene Fischbestände. Rotalgen verfestigen den Untergrund. Ebenso bedeutend sind die für uns unsichtbaren Leistungen der Mikroben und Schwämme. Symbiotische Beziehungen sind allgegenwärtig. Ein Riff ist Teamarbeit, ein gemeinsames Werk von Lebewesen, die innerhalb der biologischen Systematik zu verschiedenen Reichen gehören. Dies ist das wahre, einzigartige Geheimnis des Ökosystems Korallenriff.

Nicht immer ist unsere Reise schön. Manchmal macht sie uns traurig, frustriert und wütend. Ca. 30% aller Korallenriffe haben wir schon verloren und wir sind dafür verantwortlich. Außer uns haben sie keinen Feind. Ihren mächtigsten Gegner, den Ozean und die Stürme mit ihren Angriffswellen haben sie schon lange besiegt. Die meisten Riffe starben bisher durch Überfischung, physischer Zerstörung durch Sedimente und Umweltverschmutzung. In der Zukunft könnten den geschwächten Riffen die Folgen des CO2-Ausstoßes den Todesstoss versetzen. Ein totes Riff ist ein deprimierender Anblick. Korallentrümmer überall und außer Algen kaum noch ein anderes Lebewesen. Als hätte ein Krieg zwischen uns und den Lebewesen eines Riffes stattgefunden und wir hätten den Gegner erfolgreich vernichtet.

Dabei sind Korallen und Riffe schon seit Langem unsere allerbesten Freunde. Sie ernähren direkt und indirekt Hunderte Millionen Menschen. An von ihnen gebauten Traumstränden erholen wir unsere vom Alltag gestresste Seele. Medizinische Wirkstoffe aus Korallenriffen retten schon heute Millionen Kranken das Leben, Fluoreszenzproteine revolutionierten die Zellforschung. Für die Zukunft sind diese Stoffe die größten Hoffnungsträger für die Wissenschaft. Der ökonomische Wert der Riffe ist gigantisch. Auf mindestens 172 Milliarden US-Dollar schätzen Wissenschaftler den jährlichen Profit. Andere gehen von einer Billion US-Dollar pro Jahr aus. Wären Korallenriffe wie eine Aktiengesellschaft bewertet, und würde man auch ihre mit Kalk geschaffenen Immobilien und den Rohstoff selbst in die Bilanz mit einbeziehen, käme man auf über 50 Billionen US-Dollar. Jeder der 7,5 Milliarden Menschen wäre um 6.666,66 US-Dollar reicher, würde er nur eine einzige Aktie besitzen. Dagegen ist selbst Apple, der aktuell wertvollste Konzern der Welt, ein Zwerg. Und zu guter Letzt könnten wir von den Korallen lernen, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Sie zeigen uns, wie man in einer Welt knapper Ressourcen durch ein perfektes Recyclingsystem Großes schaffen kann. Sie sind ein lebendes, funktionierendes Musterbeispiel an Nachhaltigkeit.

Unsere Reise endet hoffnungsvoll. Vielleicht ist es noch nicht zu spät. Ca. 70% aller Riffe existieren noch. Darunter Riffe, die aus der Zeit gefallen zu sein scheinen. Schutzgebiete ermöglichen ihre Unberührtheit und Pracht. Selbst die neuen Bedrohungen durch den Klimawandel konnten ihnen bisher nichts anhaben. An extremen Standorten entdecken wir die Taffesten unter den Taffen. Korallen, die unter widrigsten Umständen Riffe bilden. Und auch ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Sie besiedeln die Ozeane seit über 500 Millionen Jahren. In dieser Zeit überlebten sie fünf große und zahlreiche kleine Massenaussterbeereignisse, die für unsere Spezies wahrscheinlich das Ende bedeutet hätten. Sie machen Charles Darwins These der „Survival of the Fittest“ als perfekt angepasste Tiere alle Ehre. Doch jetzt brauchen sie unsere Hilfe. Wir müssen die Zerstörung und den CO2-Ausstoss stoppen und zwar schnell. In unserem ureigensten Interesse, denn wir sind die größten Profiteure dieses aus biologischer wie ökonomischer Sicht bedeutendsten Ökosystems der Erde. Dem deutschen Naturforscher Gottfried Ehrenberg gebührt die Ehre, dies als Erster erkannt zu haben. Er bezeichnete die Korallen 1837 als eines der „einflussreichsten erscheinenden Formen des organischen Lebens“.

    • Taschenbuch: 248 Seiten
    • Verlag: Kosmos; Auflage: 1 (8. Juni 2017)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3440154475
    • ISBN-13: 978-3440154472
    • Größe: 13,5 x 2 x 21,5 cm
  • Preis 19,99 Euro

fishGuideTV

Der Indopazifik ist der größte, artenreichste und schönste Lebensraum der tropischen Meere. Videos und Fotos der 800 interessantesten Arten kann man sich jetzt auf das Handy laden, genießen oder gesehene Fische einfach und komfortabel bestimmen.

 

Seit über 20 Jahren beschäftige ich mich mit der Dokumentation der Tierarten der Ozeane. Dabei arbeite ich unter Wasser sowohl mit Foto- als auch Videokamera. Video bietet den Vorteil, dass man das ganze Wesen eines Tieres dokumentieren kann. Hierzu gehören neben der Form und den Farben auch die Art der Bewegung und das Verhalten. Die schönsten Videos und Bilder entstehen im Blauwasser. Ohne störende Hintergünde kommen die Farben, die Anatomie und letztendlich die bezaubernde Schönheit der Tiere zur Geltung.

Meine Videos und Fotos bildeten die Basis meiner Fischbestimmungsapp fishGuideTV. Umfangreichen Texte über Verhalten, Biologie und Gefahren runden das Bild ab. Ich schrieb Text über die Fischfamilien oder Gattungen, als auch zu den jeweiligen Arten. Wäre diese App ein gedrucktes Buch hätte sie über 400 Seiten. 

Die App ist wunderbar übersichtlich und erklärt sich weitgehend selbst. Einmal installiert ist sie auch ohne Internetverbindung jederzeit nutzbar. So macht Fische bestimmen einfach Spaß.

 

fishGuideTV
Autor: Heinz Krimmer
Sprachen: Deutsch/Englisch
Erscheinungsdatum: 12/2015
Verlag: Zeitschrift "tauchen" des Jahr Top Special Verlag GmbH & Co. KG

 

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Leseprobe

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Datenbank der Meere

Seit Jahrzehnten sammle ich historische Bilder über die Ozeane.

Ein schwieriges Unterfangen, denn sie sind selten. Doch einmal gefunden können sie uns viel über unser Verhältnis zu ihnen und den Tieren des Meeres verraten. Manchmal, wie auf diesem Bild mit dem Hammerhai, zeigen sie unsere Verachtung. Sie zeigen auch, dass wir schon vor über 100 Jahren begannen die Ozeane in ein Schlachthaus zu verwandeln. Oft liefern sie aber auch biologisch interessante Informationen. Welche Tiere wurden wo gefangen, lebten also in einer bestimmten Region oder wie groß wurden sie zur damaligen Zeit im Gegensatz zu heute. Manchmal finden sich darunter auch skurrile Motive, wie Meeresungeheuer, Meerjungfrauen oder erotische Motive. Ein spannder Blick in die Vergangheit.

Aktuell arbeite ich daran diese Motive zusammen mit meinen eigenen Film- und Fotodokumenten in einer suchbaren Datenbank der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Vermutlich wird es Ende 2017 endlich soweit sein.